IKJA e. V. Internationaler Kultureller Jugend Austausch e. V.

Medien & Dokumentation

Der Verein will in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein für die Notwendigkeit von Begegnung unter Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen schaffen und zeigen wie viel Freude es bereitet diese wertvollen Brücken für ein friedvolles und tolerantes Miteinander zu schlagen . Mit unseren Kulturprojekten produzieren wir eigene Medien wie Theaterszenen und Stücke, Choreografien, Zeitungen, Kurzfilme, die genau dieses hervorheben und die Kraft, die in diesen Begegnungen steckt, lebendig wiedergeben.

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Die aktuelle Produktion „Human Act“ vom Jugendtheater – GET2gether

Für die Produktion „Human Act – Tanztheater zum Thema Menschenrechte “ hat eine Gruppe von 14 Jugendlichen im Alter von 16 bis 24 Jahren aus 7 Nationen unter der Regie von Parisa Hussein-Nejad, der Schauspielleitung von Saham El-Gaban und dem Tanztraining von Amanda Reich vom Oktober 2016 bis März 2017 geprobt. Nach einer erfolgreichen Premiere im März 2017 geht sie jetzt im September auf Tournee in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hessen und Baden-Württemberg.

Unser Human Act Video:

Wovon handelt die aktuelle 70 minütige Produktion „Human Act – Tanztheater zum Thema Menschenrechte“?

Eine Gruppe von jungen Menschen trifft sich und diskutiert gemeinsam über Menschenrechte. Ein großer Teil von Ihnen musste vor nicht allzu langer Zeit aus seiner Heimat fliehen.

„Wir waren Freunde, haben jahrelang als Nachbarn friedlich nebeneinander gelebt. Wir haben uns gar nicht damit beschäftigt, wer an welche Propheten glaubt und wer welcher politischer Gesinnung angehört, aber auf einmal wurde es wichtig. Freundschaften zerbrachen und Nachbarn wurden zu Feinden und und dann kam der Bürgerkrieg.“ erzählt Mozefar, ein Teilnehmer des Projektes Human Act

Wie passiert das eigentlich, dass wir aufhören einander im Geiste der Mitmenschlichkeit zu begegnen, uns als gleich und zugehörig zu betrachten. Wann wird aus dem WIR ein DU und ICH?

Wann verlieren Menschenrechte ihre Bedeutung?

Warum verlieren Menschenrechte ihre Bedeutung?

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Mit diesen Fragen hat sich die Gruppe beschäftigt. Das Ergebnis geht unter die Haut. Ein Tanztheater-Stück. Momente der menschlichen Begegnung an einem unbekannten Ort. Eine Tragikomödie. „Auch, wenn wir mit ernsten und schweren Themen arbeiten, ist Humor für uns in der Gruppe immer sehr wichtig – es ist unsere Art mit dem Wahnsinn auf der Welt umzugehen, aber nicht aufzugeben.“ berichtet Parisa Hussein-Nejad von dem Probenprozess.

Themen wie Freiheit, Liebe, Geschlechterrollen, Religion, Herkunft werden im Lichte der Gedanken von Menschenrechtsaktivist*innen thematisiert. Während der Mensch auf der Bühne noch versucht den globalen Wahnsinn zu begreifen, schwirren indes politische Figuren wie Trump, Assad und Rabbit, ein rosa Hase als groteske Clownsfiguren neben dem gewöhnlichen Bürger auf der Bühne herum und preisen die Formeln ihrer Ideologien. Es entsteht ein Wettkampf zwischen den Lagern. Gruppen trennen sich, Menschen stehen auf, Bündnisse entstehen.

Am Ende bleibt die Frage, was ist wirklich wichtig und wofür lohnt es sich zu kämpfen.

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Ein Stück von und mit Jugendlichen aus Hannover.

 

Unsere Produktion in 2016 „Lost in Paradise – Begegnung ist alles“ 

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„Ich habe geträumt der Krieg wär vorbei. Du warst hier und wir war´n frei.“

Das Theaterstück Lost in Paradise zeigt perspektivenreich die Lebenswelten von Einheimischen sowie neuzugewanderten Jugendlichen auf. Von Gruppenstrukturen und Leistungsansprüchen über Liebe und ihren – von der Gesellschaft – auferlegten Grenzen, von Verständnis bis hin zu Wut und Eifersucht. Unserer Gesellschaft wird ein Spiegel vorgehalten: Mit Gesang, Tanz und Schauspiel wollen die 36 Jugendlichen die Zuschauer berühren und zum Nachdenken anregen. Premieren Termin 26. und 27. November in der TKH, am Aegi

Verloren im Paradies? Der Titel mag für einige zunächst verwirrend klingen, spiegelt aber die Innenwelt vieler Menschen wieder – nicht nur von den Geflüchteten. Das Stück vermittelt einen Blick in die Seele und zeigt die Emotionen eines Menschen, die meist tief im Inneren versteckt bleiben. Zwei Cliquen treffen hier zusammen. Der Spielort: eine Turnhalle. Die Zuschauer sitzen mitten drin. Hier wird geschwitzt, hier hört die Privatsphäre auf, der kleinste gemeinsame Nenner. Fiktion und Realität verschwimmen. Welten prallen aufeinander und erscheinen unüberwindbar. Leben, lieben, lachen, dass muss Mia, die Anführerin der Einheimischen, erst einmal von dem Neuzugewanderten Simion lernen: „Wir sind frei, wenn wir geboren werden, aber schon kurz darauf wachsen wir mit den Werten unserer Eltern und den Normen der Gesellschaft auf“, erkennen beide. So bestimmen zunächst Vorurteile – auf beiden Seiten – aber auch Liebe und Gefühle das Zusammentreffen.

Frei, Freiheit, Frei sein. Wie unfrei sind wir in all unserer Freiheit? Während die einheimischen Jugendlichen sich in der deutschen Gesellschaft im vorherrschenden Leistungsdruck durch Schule und Ausbildung beweisen müssen, sehen sich die geflüchteten Jugendlichen vor allem mit Behörden, Formularen, Verordnungen und Gesetzen konfrontiert und müssen zugleich mit ihren Fluchterfahrungen und häufig mit dem Verlust ihrer Familien zurechtkommen.

Spielen die Jugendlichen sich selbst oder eine Rolle? Das Stück spielt sowohl mit der von Aristoteles gepredigten Katharsis wie auch mit Brechts Verfremdungseffekten. Hinterfragen ist hier die Devise. Die Handlung baut auf den Erfahrungen der Jugendbegegnung im Projekt auf und bezieht gleichzeitig Fragmente aus Politik, Medien und Werbung mit ein.

Das Licht ist aus, die Musik geht an. Die Darsteller drängen nach vorne und wieder zurück. Im Takt. Wie ein Puls. Wie ein schlagendes Herz. Ein Kampf. Ein Tanz. Alle Bewegungen sind gleich und dennoch ganz anders. Untermalt wird die Choreografie zum Auftakt der Inszenierung mit der Musik von „Rhythm of the Heat“, die den Zuschauer auf den Weg der Jugendlichen mitnimmt. „Wut, Verzweiflung und ein bisschen Verrücktheit: Das Gesehene ist nicht leicht zu fassen, schwierig zu beschreiben und löst doch im Betrachter tief innen etwas aus“, sagt Ellyn S., 20 Jahre aus dem Publikum. „Man hat das Gefühl, persönliche Geschichten zu sehen, obwohl die Gruppe zugleich wie eine homogene Masse wirkt.“

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Dieses Projekt möglich gemacht haben unsere Förderer:

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Transkulturelle Jugendkultur und Community – „Langer Atem“ ein Kurzfilm von Nour-Dein Shaker

Wir möchten eine Plattform für transkulturelle Jugendkultur und eine internationalen Community in Hannover aufbauen. Hier ist es unsere Aufgabe Jugendliche und junge Erwachsene fachlich, strukturell und organisatorisch zu unterstützen bei der Realisierung von ihren Ideen, der Platzierung von für sie wichtigen Themen und der Begleitung von ihrem zivilgesellschaftlichem Engagement. Der folgende Kurzfilm ist das Ergebnis unserer Zusammenarbeit mit Nour-Dein Shaker, einem jungen Foto- und Video- Künstler.

 

 

„Fremde sind immer die Anderen“ – Jugendzeitung zu Rassismuserfahrungen, ein Kooperationsprojekt mit der Faust und gEMiDe

Persönlich, ehrlich und auf den Punkt gebracht, erzählen die Jugendlichen ihre eigenen Erfahrungen und Eindrücke aus Hannover und Deutschland, und geben Einblick in ihre innere Auseinandersetzung, ihre Gedanken und Visionen. Mit den Artikeln sollen auch Erfahrungen mit Rassismus publik gemacht werden, weil Nicht-Betroffene sich oft gar nicht vorstellen können, dass es Rassismus vor Ort gibt. Thema sind aber auch Rassismus unter Menschen, die selbst eine Einwanderungsgeschichte mitbringen, Selbstrassismus in der eigenen Familie und Zukunftsperspektive. Die Jugendlichen haken nach, wo es alltägliche und strukturelle Weichen für Rassismus in unserer Gesellschaft gibt.

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Unsere Produktion „How I met my neighbour – on stage!“ aus dem Vorjahr

Frei zu leben – wie alle anderen Menschen auch – ist für mich sehr wichtig. Ich bin seit jeher auf der Durchreise und bin diese Art von Leben leid. Mein Ziel ist, eine Heimat zu haben, um mich zugehörig zu fühlen.“
Naji- ein Projektteilnehmer

In mehreren von Musik untermalten Sequenzen erzählen die SchauspielerInnen die Geschichten ihres Lebens, offenbaren ihr Denken und bringen ihre Reflektionen zur Gegenwart auf die Bühne. Gründe die zum Verlassen der Heimat zwangen, Hoffnung auf ein besseres Leben, Erfahrungen mit der Einwanderungsbehörde, kleine Wünsche des Alltags und gesellschaftskritische Beobachtungen werden szenisch verarbeitet und ästhetisch anregend in der Begegnung auf der Bühne dargestellt.