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Ein Wochenende in Berlin

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Es sind diese Momente, in denen wir lachen und tanzen.

In denen wir ohne Sprache kommunizieren können. Losgelöst vom Alltag.
Diese Momente begannen als wir das erste Mal zusammenkamen.

Damals fehlten uns manchmal die Worte, jeder sprach einige bis zu gar keine Worte der
Sprache des Anderen und wir kommunizierten einfach über andere Wege. Heute, nach ungefähr einem Jahr, spricht jeder von uns fließend Deutsch, doch diese Art des Ausdrucks
durch Musik und Tanz ist uns geblieben. Mit jeder Gruppenfahrt ist es als wenn
wir mit ein Ü-Ei bekommen und statt mit Plastikspielzeug mit kunterbunten Erlebnissen überrascht zu werden, bahnen sich Momente des Glücks an, wann immer wir die Möglichkeit haben gemeinsam unterwegs zu sein.

Wir sollten von der Fahrt nach Berlin erzählen. Die ersten schönen Momente begannen
auf der Fahrt:
Da wir eine große Gruppe sind haben wir uns auf verschiedene
Fahrmöglichkeiten aufgeteilt. Man könnte denken so eine fünf stündige
Fahrt voller Staus könnte einen Haufen von junger Leuten ziemlich auf
den Keks gehen. In dieser Gruppe wird aber nicht nur die Ankunft am
Ziel gefeiert. Es wurde bereits auf dem Weg gefeiert, weil man sich endlich nach drei
getrennten Tagen wieder sieht. Es wurde gefeiert, weil Saifollah seine
Musik Box mitgebracht hatte und man noch genügend Zeit zum Tanzen unterwegs hatte.

Es wurde gefeiert, weil der Transporter uns und das Equipment abholen kam.
Wir hatten uns als vollversammelte Gruppe die letzten Tage sichtbar vermisst und feierten
schlicht weg unser Zusammentreffen. Wir schickten uns von Auto zu Auto Videos und Fotos der verschiedenen Fahrgemeinschaften, wie wir singend und tanzend auf dem Weg ins große
Berlin waren.
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Angekommen verteilten wir uns auf die verschiedenen Saale und
Schlafplätze, die uns das Theater Tanztangente in Berlin bot, um uns im Anschluss hungrig auf den Weg zum Dönermann um die Ecke zu machen. Mit Musik aus Saifollahs
kleinen Box aßen und tanzten wir bis in die Nacht. Jeder auf seine Weise, jeder anders als der Andere, jeder brachte den anderen auf seine Weise zum Lachen und doch ergaben wir nur zusammen etwas, das GET2Gether Jugendtheater.

Schön sind auch diese Momente in denen man noch tuschelnd im Bett
liegt. Lilly meinte: „Wenn wir weg fahren ist das ist wie eine
Klassenfahrt, nur das man jeden Einzelnen der Gruppe mag.“

Um 8 Uhr hiess es dann schon wieder auf den Beinen sein. Nach dem Frühstückspicknick im Garten des Theaters, ging es um 9Uhr 30 zum Aufbau Leinwand und Technik und wir probten ein Mal das ganze Stück durch und die Tänze, damit alles bereit war für den Abend. Wir hatten vier Stunden vor der Aufführung um 19 Uhr, die wir nutzten
um mit einem Boot durch Berlin zu schippern und etwas von der
Stadt zu sehen. Als wir zurück kamen machten wir uns bereit und lieferten eine, wie
ich finde, unserer besten Shows. Voller neuen Improvisationen und
Stimmungen. Wir waren so in unserem Spiel vertieft, dass wir gar nicht
merkten, wie wir gefilmt. Diese Vorstellung war die zweit letzte, vom Stück „Lost in Paradise“und wurde somit festgehalten.
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Nachts klapperten wir auf Anils Wunsch ganz Berlin nach einem Burgerladen ab, den er
mal im Fernsehen gesehen hatte und auf den nun einige mit hungrigen
Mägen sehr gespannt waren. Der Rest  der Gruppe versammelte sich in
einem indischen Restaurant und erlebte auf der Rückfahrt ein Duett
zwischen ihnen selbst und einem Reaggae Sänger mit Gitarre und
rauchiger Stimme. Einfach so in der Straßenbahn.
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Die Straßenbahn schien wohl ganz allgemein ein geeigneter Ort für
unseren Kreativfluss zu sein, denn am nächsten Tag als wir vom
Karneval der Kulturen kamen startete Alpha aus Lust und Laune einen
Kanon mit einem ganzen Bahnabteil. Am Anfang sang er etwas vor und wir
sangen nach. Und die Leute lächelten. Und die Leute wippten im Takt
mit. Und die Leute stimmten mit ein. Und unsere Gruppe verschwamm
zwischen Freunden und Fremden. Zwischen Herkunft und einfach Menschen
die in der Bahn saßen. Am Nachmittag ging es dann schon wieder zurück Richtung Hannover.

 

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